Hörer-Akademie 2010
Ein Musikfestival ist ein Ort der Begegnung. Die Hörer-Akademie der Sommerlichen Musiktage erfüllt diesen Anspruch in besonderer Weise: Musiker und Publikum, im Konzert durch die Bühne getrennt, treffen hier zwanglos aufeinander. Die Hörer-Akademie will Ihnen Augen und Ohren öffnen und Sie so nahe wie möglich an die Musik heranführen. Künstler und Experten geben ungewohnte Einblicke in das Festivalthema und bereiten Sie auf die Festivalkonzerte vor: fundiert, lebendig und ohne jeden pädagogischen Fingerzeig!
Bitte beachten Sie die unterschiedlichen Veranstaltungsorte und die geänderte Anfangszeit am 3. August!
Tag I • Dienstag 3. August 2010
14.30 - 16.30 Uhr Hotel Waldfrieden
Labor Orchester II • Der Weg zum Hören
MICHAEL KUBE, LUDOLF BAUCKE und KONSTANTIN LIFSCHITZ (Interpretationsvergleich) HAMBURGER SYMPHONIKER
„Die Symphonie hat gewirkt wie noch keine zuvor“, schrieb Robert Schumann über die „große“ C-Dur-Sinfonie von Franz Schubert. Für viele ist sie eine der schönsten Sinfonien schlechthin. Das „Labor Orchester“ will die Ohren öffnen für eine neue Begegnung mit diesem alten Bekannten. Beim Interpretationsvergleich erleben Sie, wie unterschiedlich die Orchester Schubert interpretieren – und wie die Experten ihr Urteil darüber bilden. Es diskutieren Ludolf Baucke, Juryvorsitzender des Preises der Deutschen Schallplattenkritik, Dr. Michael Kube von der Neuen Schubert-Ausgabe und der Pianist Konstantin Lifschitz. Im zweiten Teil der Hörer-Akademie haben Sie Zutritt zum „begehbaren Orchester“ und hören Ausschnitte der Sinfonie, wie Sie sie sicher noch nie gehört haben: mitten im Orchester der Hamburger Symphoniker!
Tag II • Mittwoch 4. August 2010
14.00 - 16.30 Uhr St.-Johannis-Kirche Hitzacker
Galerie der Visionäre III •
Das Capriccio von Paganini bis Piranesi
TANJA BECKER BENDER (Violine) THOMAS SELLO (Vortrag)
SWANTJE GOSTOMZYK (Moderation)
Das Capriccio bezeichnet den absichtlichen, lustvollen Regelverstoß gegen die akademische Norm. In der Hörer-Akademie wird diese Kunstform des „Labors“ vorgestellt: Im ersten Teil demonstriert die Geigerin Tanja Becker-Bender anhand von Klangbeispielen an der Violine den Fantasiereichtum von Paganini in seinem Opus 1, den „24 Capricci“. Der Kunsthistoriker Thomas Sello zieht Parallelen zur Bildenden Kunst und erläutert Capriccio-Bildkompositionen von Goya („Los caprichos “) und Piranesi („Invenzioni capricciose“). Im zweiten Teil führt Tanja Becker-Bender alle 24 „Capricci“ auf.
Tag III • Donnerstag 5. August 2010
14.00 - 16.30 Uhr VERDO Konzertsaal
Labor 88/I • Visionen für Tasten
WERNER HEISIG (Phonola) CÉDRIC PESCIA (Klavier)
HENNING LUCIUS (Moderation)
Noch vor wenigen Jahren fast unbekannt, gilt der musikalische Einsiedler
C. Nancarrow heute als einer der originellsten Klangforscher unter den Komponisten. Seinen einzigartigen Kosmos schuf er im Labor eines einzigen Instruments: des player pianos. Wolfgang Heisig führt anhand vieler Klangbeispiele in Technik und Ästhetik der Musik Nancarrows ein. Im zweiten Teil wird das Klavier erneut als kompositorisches Experimentierfeld vorgestellt – diesmal aus historischer Sicht. Vorbereitend auf das Abend-konzert wird Schuberts B-Dur-Klaviersonate D 960 „ins Labor“ genommen.
Tag IV • Freitag 6. August 2010
14.00 - 16.30 Uhr Kulturscheune Göhrde
Labor Antarktis – Labor Matthias Kaul
MATTHIAS KAUL (Composer in Residence) ASTRID SCHMELING (Flöte)
URSULA SCHAUER und WOLFGANG DIECK (Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung)
„Tiefe Stille herrscht im Wasser, ohne Regung ruht das Meer“, schrieb Goethe vor über 200 Jahren. Heute wissen wir, dass es unter Wasser viel zu hören gibt. Wissenschaftler des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung geben eine Antwort auf die Frage: Wie klingen singende Eisberge, kollidierende Schollen und kalbendes Schelfeis im antarktischen Ozean? Im zweiten Teil stellen wir den Composer in Residence 2010 vor: Matthias Kaul.
Die Hörer-Akademie wird gefördert durch:
