Rebecca Saunders (Komposition)

© Katrin Schander


Rebecca Saunders ist eine der wichtigsten und interessantesten Komponistenpersönlichkeiten ihrer Generation. Geboren in London 1967, studierte sie Komposition an der Universität Edinburgh bei Nigel Osborne sowie bei Wolfgang Rihm in Karlsruhe. Sie lebt heute in Berlin.

Mit ihrer unverkennbaren Klangsprache ist die in Berlin lebende britische Komponistin Rebecca Saunders eine der führenden internationalen Vertreterinnen ihrer Komponistengeneration.

Geboren in London 1967, studierte sie Komposition an der Universität Edinburgh bei Nigel Osborne sowie bei Wolfgang Rihm in Karlsruhe.

Seit 2003 hat Rebecca Saunders das Spektrum ihrer Kompositionen stetig erweitert: Bei Chroma (2003-2013) handelt es sich um eine Collage von 6-23 im Raum verteilten Instrumentengruppen und Klangquellen. Seit der Uraufführung 2003 sind 19 neue Fassungen für sehr unterschiedliche Aufführungsorte entstanden. Dabei bestimmten die architektonischen Gegebenheiten jeweils die Anordnung der einzelnen Kammermusik-Gruppen. Ihre bisher expansivste räumliche Arbeit, Stasis, der Musikfabrik Köln gewidmet, umfasst 23 „Module" für 16 Solisten, so dass jedem Solisten die Rolle eines Akteurs in einer Art von instrumentalem Drama zukommt.

2013 bis 2016 schrieb Saunders eine Reihe von Solowerken für Künstler, mit denen sie über viele Jahre lang eng zusammengearbeitet hat, darunter Marco Blaauw, Nicolas Hodges, Teodoro Anzellotti und Séverine Ballon. Dabei interessierte sie sich auch für die Rolle des Solisten im Konzert und schrieb 2014 das Doppelschlagzeugkonzert Void für Christian Dierstein und Dirk Rotbrust mit dem Symphonieorchester des WDR, unter der Leitung von Peter Rundel, und das für den RPS-Preis nominierten Trompetenkonzert Alba (2014) für Marco Blaauw, mit dem Symphonieorchester des BR und Peter Eötvös. Diese Orchesterkonzerte gehören zu einem Triptychon von Werken, zu denen auch das Violinkonzert Still (2011) zählt. Eine erweiterte neue Version von Still ist im Sommer 2016 in einem gemeinsamen Projekt mit der Jungen Deutschen Philharmonie (JDP) entstanden, mit Tänzern von Sasha Waltz &Guests und choreographiert von Antonio Ruz.

Rebecca Saunders Musik wurde von vielen renommierten Ensembles, Solisten und Orchestern gespielt und uraufgeführt, u.a. vom Ensemble Musikfabrik, Klangforum Wien, Ensemble Modern, Ensemble Resonanz, Ensemble Recherche, Ensemble Remix, den Neuen Vocalsolisten, dem Arditti Quartett, SWRSO und dem BBCSO. Für ihre Kompositionen erhielt sie zahlreiche Preise, darunter den Preis der Ernst von Siemens Stiftung, den ARD und BMW musica viva-Preis, den Paul-Hindemith-Preis, zum zweiten mal den Royal Philharmonic Society Award - für Fletch in 2013 und Stirrings Still in 2008 Solitude und das British Composer Award 2013, und den GEMA-Musikpreis für Instrumentalmusik. Vor kurzem erhielt Saunders den Hans und Gertrud Zender-Stiftungspreis und den renommierten Mauricio-Kagel-Musikpreis im Jahr 2015.

Saunders ist eine gefragte Kompositionsdozentin und unterrichtet seit 2010 an den Darmstädter Ferienkursen sowie regelmäßig an der Impuls Academy in Graz. Außerdem ist sie seit 2011 Professor für Komposition an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover. Im Jahr 2009 wurde sie Mitglied der Berliner Akademie der Künste und wurde mit der Mitgliedschaft in der Sachsen Akademie der Künste in Dresden im Jahr 2013 ausgezeichnet. 

Ihr neues Werk, Skin (Uraufführung bei den Donaueschinger Musiktagen 2016), ist das erste Werk in einer Reihe von Kompositionen mit Sopran - es folgt in 2017 ein einstündiges räumliches Werk für den Kammermusiksaal der Berliner Philharmonie, sowie ein Tanz- und Musiktheaterwerk für 2019.

Rebecca Saunders' Musik wird seit 1997 bei der Edition Peters publiziert.