Patricia Kopatchinskaja – Violine

© Marco Borggreve

„Naturgewalt» Tagesspiegel (Berlin)

Kopatchinskaja verbindet Tiefe, Brillanz und Witz und bringt einen unverwechselbaren Sinn für Theatralik in die Musik. Ob sie ein Violinkonzert von Tschaikowsky, Ligeti oder Schönberg aufführt, ob sie ein in einem inszenierten Projekt Beethoven, Ustwolskaja und Cage dekonstruiert, stets vermittelt ihr ganz eigener Zugang den Kern des Werks.

Höhepunkte der Saison 2019/20 sind Europatourneen mit dem Budapest Festival Orchestra und Iván Fischer, dem London Symphony Orchestra und Sir Simon Rattle, sowie eine Fernosttournee mit MusicAeterna und Teodor Currentzis. Weitere Highlights sind die Uraufführung eines neuen Auftrags von Francisco Coll mit der Philharmonie Luxemburg und das Projekt «Maria Mater Meretrix» mit Werken u.a. von Kurtag, Martin und Holst, das mit der Sopranistin Anna Prohaska und der Camerata Bern u.a. in Köln, Frankfurt und Amsterdam realisiert wird.

Letzte Saison verband ihr Vivaldi-Projekt mit Il Giardino Armonico und Giovanni Antonini den Barockmeister mit Werken zeitgenössischer Italiener, die zugehörige CD wird 2020 bei Alpha erscheinen. Kopatchinskaja hatte auch ihr Debüt mit dem Orchestre Symphonique de Montréal (Nagano) und Los Angeles Philharmonic (Gražinytė-Tyla). Sie gab eine Japan-Tournee mit Currentzis und masstabsetzende Interpretationen des Schönberg-Violinkonzerts mit den Berliner Philharmonikern (Petrenko).

Unter den regelmässigen Kammermusikpartnern ist die Pianistin Polina Leschenko, mit der sie kürzlich in Japan und den USA tourte; Mit Leschenko und dem Klarinettisten Reto Bieri war sie in der Wigmore Hall mit einem Trioprogramm, das auch diese Saison auf Tournee sein und als CD erscheinen wird. Mit dem Cellisten Jay Campbell wird sie im Januar 2020 Duo-Recitals in Washington, Boston, Santa Barbara und San Francisco geben.

Kopatchinskaja kuratiert auch weiterhin inszenierte Konzerte. Ihre früheren "Bye Bye Beethoven", "Dies Irae", «Zeit und Ewigkeit» erfahren weitere Aufführungen, ebenso der "Pierrot Lunaire", den sie in der Stimmrolle, u.a. mit Musikern der Berliner Philharmoniker, der Göteborger Symphoniker und eigenem Ensemble aufgeführt hat.

Engagiert für Zeitfragen gab Kopatchinskaja in der vergangenen Saison ihr «Dies irae» als Klimakonzert mit dem Orchesters des Wandels (gegründet von der Staatskapelle Berlin). Kopatchinskaja ist auch humanitäre Botschafterin für das Kinderhilfswerk Terre des Hommes.

Kopatchinskaja war von 2014 bis 2018 künstlerische Partnerin des Saint Paul Chamber Orchestra, eine Funktion, die sie jetzt für die Camerata Bern innehat. Sie wurde 2017 mit dem Grossen Musikpreis der Schweiz ausgezeichnet und 2019 mit dem Würth-Preis der Jeunesses Musicales Deutschland. Sie war an verschiedenen Musikfestivals als Artist in Residence engagiert, unter anderem in Luzern (2017) und Ojai (2018). 2018 gewann sie mit dem Saint Paul Chamber Orchestra (Alpha) einen Grammy für die CD «Tod und das Mädchen». Schon 2014 erhielt sie für ihre Aufnahme der Konzerte von Eötvös, Ligeti und Bartok den ECHO-Preis und eine Grammy-Nomination.

Zu den jüngsten CD-Veröffentlichungen zählen das mit dem International Contemporary Ensemble aufgenommene Violinkonzert von Michael Hersch, sowie das Duo-Recital «Deux» mit Polina Leschenko und die neuste im Herbst 2019 erschienene CD «Zeit und Ewigkeit mit der Camerata Bern» (beide bei Alpha Classics).