Ernst Helmuth Flammer – Komponist

© Thomas Janssen


Ernst Helmuth Flammer wurde am 15. Januar 1949 in Heilbronn geboren, wo er seine Kindheit bis 1961 verbrachte. Ab 1961 besuchte er die Internatsschule Birklehof in Hinterzarten (Schwarzwald), die er 1969 mit dem Abitur abschloß. Nach einem Studium der Mathematik und Physik in den Jahren 1969-1972 wandte er sich zunächst der Musikwissenschaft mit den Nebenfächern Kunstgeschichte und Philosophie zu, wenig später schloß sich ein Musikstudium an. Von 1973-1979 studierte er Kontrapunkt und Musiktheorie bei Peter Förtig und von 1972-1980 Musikwissenschaft bei Hans Heinrich Eggebrecht in Freiburg, wo er mit einer Dissertation zum Thema Politisch engagierte Musik als kompositorisches Problem, dargestellt am Beispiel von Luigi Nono und Hans Werner Henze promovierte. Seit 1976 studierte er zudem Komposition bei Klaus Huber und Brian Ferneyhough, zwischenzeitlich auch bei Paul-Heinz Dittrich.

Seit 1977 publizierte er in mehreren Fachzeitschriften zu Themen der Neuen Musik und ästhetischen Fragestellungen. 1980-1981 hatte er einen Lehrauftrag für Musiktheorie, Kontrapunkt und musikalische Formenlehre und -analyse an der Staatlichen Hochschule für Musik Trossingen, 1982 bis 1985 einen an der Universität Freiburg. Seit 1980 ist Flammer freischaffend tätig, seit 1985 übt er eine umfangreiche Lehrtätigkeit als Gastdozent u.a. an der University of Newcastle, in Dresden, Gera, Odessa, Paris, St. Petersburg, am Mozarteum Salzburg und regelmäßig bei den Darmstädter Ferienkursen aus. Hinzu kommen regelmäßige Gastvorträge und Rundfunksendungen.

1985 bis 1987 hatte er einen Beratervertrag mit der Stadt Mönchengladbach als künstlerischer Leiter des dortigen Festivals „Ensemblia“. 1985-1990 betreute er das von ihm mit aufgebaute „ensemble recherche freiburg“, welches sich vorwiegend der Interpretation Neuer Musik widmet. 1993 begründete er das Internationale Pianoforum „…antasten…“ in Heilbronn, ein weltweit einmaliges Festival für zeitgenössische Klaviermusik, das bis 2003 im Zweijahreszyklus stattfand.

Ernst Helmuth Flammer erhielt zahlreiche Preise und Auszeichnungen aus Baden-Baden, Dresden, Freiburg, Hannover, Paris, Parma, Rom und Stuttgart. Er erhielt zahlreiche Kompositionsaufträge im In- und Ausland. Seine Werke wurden auf zahlreichen Festivals uraufgeführt und an allen inländischen und zahlreichen ausländischen Rundfunkanstalten produziert.

1994 erschien eine Portrait-CD bei WERGO, 2005 erschien die Weltersteinspielung des umfangreichen Orgelzyklus superverso mit Christoph Maria Moosmann auf dem Label ORGANUM CLASSICS. Von 2003 bis 2012 war Ernst Helmuth Flammer Lehrer für Komposition und Musikwissenschaft an der Hochschule für Musik „Carl Maria von Weber“ in Dresden.

Ernst Helmuth Flammer lebt und arbeitet im Wendland.