Seit langem sind die Hörer-Akademien, maßgeblich getragen von der Niedersächsischen Sparkassenstiftung und der Sparkasse Uelzen Lüchow-Dannenberg, ein Hort erhellender Musikvermittlung. 2018 werden hier sechs der Beethovenschen Streichquartette besonders genau unter die Lupe genommen – und jeweils abschließend gespielt.


Tag I
• Montag 30. Juli 2018  14.30 Uhr  St. Johannis-Kirche Hitzacker (Elbe)
Quartettlupe I • Beethovens Streichquartett F-Dur op. 59 Nr. 1
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MICHAEL STEGEMANN (Musikwissenschaftler)  KUSS QUARTETT

Wege des Ruhms – Der Versuch einer Positionsbestimmung der Werke in ihrer Zeit und heute: Wie und wann entstand die Aura, die Beethovens Streichquartette umgibt, und was bedeutet sie für die Interpreten des 21. Jahrhunderts? Und welche spezifische Rolle spielen in diesem Kontext die Rasumowsky-Quartette, von denen heute das erste erklingt?


Tag II
• Dienstag 31. Juli 2018  14.30 Uhr  St. Johannis-Kirche Hitzacker (Elbe)
Quartettlupe II • Beethovens Streichquartett e-Moll op. 59 Nr. 2
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MICHAEL STEGEMANN (Musikwissenschaftler)  KUSS QUARTETT

„Musik wird. Sie ist nicht.“ (Adolf Weissmann) – Erst die Interpretation eines Werkes erweckt eine Partitur zu klingendem Leben. Am Beispiel von rund einem Dutzend Aufnahmen des 2. Rasumowsky-Quartetts folgt die Quartettlupe seiner Interpretationsgeschichte, von den ersten Einspie-lungen (Calvet, Budapest und Busch) bis zu den aktuellen Quartetten.


Tag III
• Mittwoch 1. August 2018  14.30 Uhr  St. Johannis-Kirche Hitzacker (Elbe)
Quartettlupe III • Beethovens Streichquartett C-Dur op. 59 Nr. 3
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MICHAEL STEGEMANN (Musikwissenschaftler)  KUSS QUARTETT

Im Spiegel der Worte – Beethovens Streichquartette in Feuilleton und Lite-ratur. Die enthusiastischen Rezensionen, mit denen Hector Berlioz und Joseph d’Ortigue in den 1830er Jahren die Pariser Aufführungen durch das Quatuor Baillot begrüßten, oder die Erzählung „Beethovens letztes Quartett“ von Wladimir Odojewsky (1844) – das 19. Jh. hat maßgeblich zu ihrer Deutung und Verbreitung beigetragen. Was bedeuten die Texte heute?


Tag IV
• Donnerstag 2. August 2018  14.30 Uhr  St. Johannis-Kirche Hitzacker (Elbe)
Quartettlupe IV • Beethovens Streichquartett f-Moll op. 95, Serioso
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OLIVER WILLE    KUSS QUARTETT

Das f-Moll Streichquartett op. 95 nimmt eine eigenartige Stellung im Schaffen des Meisters ein. In geistiger Nähe zu „Egmont“ ist es das kürzeste Quartett aus Beethovens Feder. Das überrascht, denn verfolgt man die Entwicklung, erwarten wir etwas anderes – oder nicht? Hinzu kommt, dass es nicht gerade leicht zu spielen ist. Wie kommt das? Was macht das Werk mit den Interpreten, welche Schwierigkeiten sind zu meistern? Welche Möglichkeiten haben wir, unsere Lesart hör- und erlebbar zu machen?


Tag V
• Freitag 3. August 2018  14.30 Uhr  St. Johannis-Kirche Hitzacker (Elbe)
Quartettlupe V • Zurück zu den Quellen von Opus 127. Was uns Beethovens Handschriften und frühe Drucke verraten (und was nicht)
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WOLF-DIETER SEIFFERT (G. Henle Verlag)  KUSS QUARTETT

Mit seinem Streichquartett in Es-dur op. 127 eröffnete Beethoven 1824/25 fulminant die „Pentaide“ seiner Spätwerke für diese für ihn zeitlebens so bedeutsame Gattung. Das Werk durchlief nach seiner ersten (Partitur-) Niederschrift vor Druck viele Stationen in diversen Abschriften, in denen es von Beethoven stetig verbessert wurde. Allerdings blieben dabei auch Kopistenfehler unentdeckt. Der Vortrag will anhand ausgewählter Beispiele die Faszination der Beschäftigung mit authentischen Quellen, aber auch deren Erkenntnisgrenzen ausloten.


Tag VI • Sonnabend 4. August 2018  14.30 Uhr  St. Johannis-Kirche Hitzacker (Elbe)
Quartettlupe VI • Beethovens Streichquartett cis-Moll op. 131
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VALENTIN ERBEN (Alban Berg Quartett)  KUSS QUARTETT

Das Opus 131 ist vielleicht das Quartett Beethovens, in dem ihm die Ausgewogenheit zwischen formaler Struktur und emotionalem Gehalt am überzeugendsten gelungen ist. Aus einem viertaktigen Kernmotiv entsteht ein Kosmos, der den Zuhörer über eine Dauer von fast 40 Minuten in Bann schlägt. Ein Bezug zu Goethes Gedanken über „Die Metamorphose der Pflanze“ drängt sich auf ...