Donnerstag 30.7
9.09 – 10.10 St.-Johannis-Kirche, Teilnahme frei
Chorsingen für Alle
Gudrun Schröfel – Leitung
Tag 4 des Festivalchores – der letzte Tag vor der Aufführung!
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11.11 VERDO Konzertsaal
Elf nach Elf
Hörerakademie II:
„… eine Frage der Zeit … Morton Feldman zum 100. Geburtstag“
Mit Steffen Schleiermacher – Klavier und Moderation
Morton Feldman (1926–1987):
Piano Piece (to Philip Guston) (1963)
Piano Piece 1956 A
Piano Piece 1956 B
Intermission V (1952)
Vertical Thoughts (1963)
Palais de Mari (1986)
Morton Feldmans Klavierstücke entfalten eine Welt der leisen Verschiebungen, der schwebenden Intervalle und der Zeit, die sich beinahe auflöst. Die frühen Werke der 1950er Jahre wirken wie tastende Skizzen eines neuen Hörens, in denen Klang zum Ereignis und Stille zum formenden Element wird. „Piano Piece (to Philip Guston)“ und „Vertical Thoughts“ öffnen in den 1960er Jahren ein weiter gespanntes Feld aus Farbe, Geste und Erinnerung. Mit „Palais de Mari“ schließlich erreicht Feldman, der in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden wäre, eine späte, meditative Klarheit, in der sich Wiederholung und Veränderung zu einem stillen, fast rituellen Klangraum verweben.
Steffen Schleiermacher gehört seit Jahrzehnten zu den wichtigsten Interpreten von Morton Feldmans Werk und hat wie kaum ein anderer dessen leise, schwebende Klangwelt in den Konzertsaal getragen.
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19:07 VERDO Gartenareal, Eintritt frei
„Blitzlicht“ mit Kristian Bezuidenhout
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20:08 VERDO Konzertsaal
Acht nach Acht
Kristian Bezuidenhout – Hammerklavier
C. Ph. E. Bach (1714–1788): Rondo c-Moll, Wq. 59/4
Joseph Haydn (1732–1809): Sonate c-Moll, Hob. XVI: 20
Joseph Haydn (1732–1809): Sonate g-Moll, Hob. XVI:44
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W.A. Mozart (1756–1791): Rondo in a-Moll K 511
W. A. Mozart (1756–1791): Sonate c-Moll K 457
C. Ph. E. Bachs Rondo c‑Moll bildet den Ausgangspunkt: ein Werk voller empfindsamer Kühnheit, abrupten Affektwechseln und Rhetorik - jener Ästhetik, die Haydn anregte, später ganz eigene Wege zu gehen und seinen persönlichen Ausdruck zu finden. Auf dem Hammerklavier widmet sich Kristian Bezuidenhout zwei Haydn-Sonaten in Moll. Die Sonaten c‑Moll Hob XVI:20 und g‑Moll Hob XVI:44 zeigen ihn als Erneuerer: formal kühn, harmonisch scharf konturiert, voller sprechender Details und dramatischer Energie. Mozarts Rondo a‑Moll K 511 und seine Sonate c‑Moll K 457 zeigen die Weiterentwicklung. Beide Werke greifen jene expressive Haydnsche Mollkultur auf und führen sie in eine persönliche, fast existenzielle Tiefe. Bezuidenhout lässt so einen dramaturgischen Bogen entstehen: empfindsam, kühn und ausdrucksstark.