Liebe Freundinnen und Freunde der Kammermusik,

© Giorgia Bertazzi

„Keiner kann alles: schäkern und erschüttern, Lachen erregen und tiefe Rührung – und das alles gleich gut – als Papa Haydn.“
(Wolfgang Amadeus Mozart)

Joseph Haydn – von Mozart liebevoll „Papa“ genannt – war weit mehr als der ältere Herr, der klischeehaft mit Perücke auf Schloss Esterházy residierte, dank gesicherten Einkommens sorgenfrei komponierte und seinen musikliebenden Fürsten mit Werken aller Gattungen erfreute. Vor allem aber hatte er keine wirklichen Vorbilder.
Man kann kaum behaupten, Haydn sei lediglich die logische Weiterentwicklung von Carl Philipp Emanuel Bach oder gar Johann Sebastian Bach gewesen.
Nein – Haydn war Erfinder. Er begründete und entwickelte etwa das, was wir heute im Theorieunterricht „Sonatenhauptsatzform“ nennen. Ein Begriff, der mit Leben erfüllt sein will – mit unserem Leben. Und dann erkennen wir: Haydn hat genau das komponiert. Welch fantastische Einfälle, welche Überraschungen, welche Naturgesetzmäßigkeiten! Er prägte das Komponieren nachhaltig – bis heute – und eröffnete der Musik neue Wege. Und doch sagt Simon Rattle, der „verrückt nach Haydn“ ist, er sei „der bedeutendste unbekannte Komponist“. Dem wollen wir entgegenwirken.

Gemeinsam starten wir in ein neues Jahrzehnt der Sommerlichen Musiktage – mit bewährter Neugier und kreativer Energie. Wunderbare Künstlerinnen und Künstler folgen unserer Einladung. Sie greifen Haydns Geist, Humor und Schaffensdrang auf, entwickeln eigene Programmideen und knüpfen Verbindungen, die selbstverständlich weit über Haydn hinausreichen. Neben bewährten Formaten veranstalten wir zwei Debüt-Marathons, um junge Künstlerinnen und Künstler zu entdecken, und beziehen die St.-Johannis-Kirche wieder als Spielort mit ein.

Der Zeitgenosse Stendhal schreibt über Haydn: „Er beginnt mit der unbedeutendsten Idee; aber allmählich gewinnt sie an Physiognomie, verstärkt sich, wächst, dehnt sich aus – und vor unseren Augen ist aus dem Zwerg ein Riese geworden.“

Das klingt doch sehr nach Hitzacker.

Von wegen „Papa Haydn“!

Viel Vergnügen beim Durchblättern unserer Programmvorschau – und bis zum Sommer.

Ihr Oliver Wille

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